Leider leidet Lucas unter dem Eqinen Sarkoid. Das ES ist ein gutartiger Hauttumor beim Pferd, der aus einer Warze entseht. Gutartig nur in dem Sinne, daß er nicht in andere Organe als die Haut metastasiert. Die Menschen deren Pferde von dieser Krankheit befallen sind, finden diesen Hauttumor alles andere als gutartig. Der Tumor sitzt an besonders feuchten Stellen: Bauch, Gurtlage, Gesicht, Ohren aber auch am Hals an den Beinen. Er zeigt sich in unterschiedlicher Form, mal flächig, verhornend, mal gestielt, mal unter der Oberhaut, dann noch normal mit Fell bedeckt, mal blutig, geschwürig, aufbrechend. Mal einzeln, mal an vielen Stellen auftretend.

Die Ursachen sind nicht ganz geklärt, es wird viel von einer Infektion mit dem Bovinen Papilloma-Virus gesprochen, das beim Mensch zur Entstehung von Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs führt. Möglicherweise infizieren sich Pferde, wenn sie in Kontakt mit Kuhweiden getreten sind.

Die Behandlung des ES ist unterschiedlich erfolgreich. Mitunter optimal erfolgreich, mitunter müssen die Pferde wegen der ausbleibenden Erfolge euthanasiert werden. Es gibt leider kein Allheilmittel. Bis vor Kurzem war noch eine operative Entfernung des Tumors das Mittel der Wahl, davon ist man inzwischen wieder etwas abgekommen, denn das Sarkoid scheint sich dadurch im gesamten System sehr schnell auszubreiten. Die operierten Sarkoide wachsen schnell wieder sehr viel größer nach ,und an vielen anderen Stellen bilden sich schnell neue und teilweise agressivere Tumore. Mitunter werden gestielte Sarkoide abgebunden, oder vereist und damit nekrotisch und fallen dann ab, aber es bleiben meist Narben zurück, aus denen neue Sarkoide wachsen können. Manchmal hilft Teebaumöl, Selgine Zahnpasta aus der Schweiz, Thuja, Propoliscreme usw, usf. . Homöopathie und allgemein immunstabilisierende Kuren oder Zusattzfutter sind auch mitunter recht hilfreich, halten zumindest oft das Wachstum auf.

Seit einiger Zeit ist eine Salbe auf dem Markt, sehr teuer, nicht sehr einfach zu bekommen: XX-Terra. Sie wurde von Tierärzten in den vereinigten Staaten entwickelt, der Wirkstoff ist Sanguinaria Canadensis ( Kanadischer Blutwurz ) und Zinkpaste. Die Salbe scheint erfolgversprechend zu sein. Aus einigen Studien geht hervor, daß die Salbe auch das Immunsystem aktiviert, Selbstheilungskräfte gegen das ES zu aktivieren. Die Salbe wird dünn 4 Tage lang auf die Sarkoide, oder bei gestielten S. auf den Übergang zur Haut aufgetragen. Danach gibt es in der Umgebung eine Entzündungsreaktion, das Sarkoid stirbt ab und wird vom Körper abgestoßen. Danach entsteht eine meist etwas vereiterte Wunde, die wie eine normale Wunde behandelt wird.

Wir hatten beim Lucas vor 3-4 Jahren ein Sarkoid in der Größe und Form eine großen Mandarine vom Tierarzt vereisen lassen. Das Sarkoid ist nach Tagen abgefallen, aber es blieb eine borkige, große Narbe zurück. Da das Ganze sich an der Schlauchtasche abspielte, hatte es für Lucas Reitpferdeeigenschaften keine Bedeutung. Wir behandelten Lucas in kurmäßigen Intervallen homöopatisch mit Acidum Nitricum D30, 2 mal wöchentlich 10 Tabletten. Vor 3 Monaten bemerkte ich in der Gurtlage eine Warze, die offensichtlich recht schnell zu wachsen und sich zu verändern schien. Diese Stelle ist größerer Belastung ausgesetzt, so daß es dort oft zu Sarkoiden kommt. Außerdem beobachteten wir schon seit längerem eine Stelle etwa 15cm unter dem linken Auge, die aussah, wie eine große Erbse mit Haut drüber. Eine neue Stelle gan es an der Brust und eine an der Schlauchtasche.

Zunächst besprühte ich die Stellen aber mit Spenglersan Kolloid G, da das beim menschlichen Herpes , sowie anderen Virusinfekten gute Erfolge zeigt. Ich besorgte mit XX Terra Salbe, da ich aber mit Lucas im Mai in den Urlaub zu einer Barockreittrainerin fahren wollte, fing ich die Behandlung noch nicht an. Aber innerhalb dieser Urlaubswoche wuchs das Sarkoid in der Gurtlage von wenigen Millimetern auf etwa 20 Cent Stück-Größe an. Ich behandelte nach dem Urlaub alle der oben beschriebenen Stellen mit XX Terra Salbe 4 Tage lang , und alle Sarkoide sind wie oben beschrieben abgefallen. Soger die große alte Narbe verändert sich mit der Behandlung des neuen Sarkoides an der Schlauchtasche und fällt Stück für Stück ab.Die Wunde in der Gurtlage heilt ( ich mußte sie zwei mal behandeln, weil ich hier wirklich keine Narben haben wollte) sehr langsam, aber sie wächst langsam von außen zu.

Seit 6 Wochen reite ich Lucas ohne Sattel im Schritt und Trab, mache viel viel klassisch, barocke Bodenarbeit und Zirkus. Und Lucas hat eine große Menge gelernt. Ich habe Geduld gelernt, und die kleinen , feinen Reaktionen meines Pferdes überhaupt wahrzunehmen, seine gute Mitarbeit und Motivation zu erkennen, und damit zu arbeiten.

Ursächlich ist natürlich auch die Umstellung vom Westernpferd zu einem Barockpferd verantwortlich für die Ruhe, mit der ich inzwischen mit Lucas umgehe, und die dazu führt, das wir beide viel mehr aufeinander achten.

Lucas kann inzwischen das Kompliment von beiden Seiten perfekt nur auf Gertenhilfe, auch mit Reiter von oben ( sogar ohne Sattel ), das Knien, spanischen Schritt vom Boden und Polka unterm Reiter, Podest, Rechnen und eine paar andere Aktionen, an denen wir noch arbeiten.

Im Zuge der Barockpferdeausbildung biegt er sich schon sehr gut, seine Schiefe wird immer weniger, er läuft unterm Reiter mit konsequenter weicher Anlehnung am lockeren Trensenzügel. Am Schwung müssen wir noch viel arbeiten, aber beim Barockreiten, klassisch iberischen und altkalifornischen Reitstil ist der Weg das Ziel. Und das macht mich jeden Tag aufs Neue froh.

Manchmal sind aber auch die eigentlich unglücklichen Umstände dafür verantwortlich, daß man die Ruhe findet für den richtigen Weg.                                         

Inzwischen nach über einem Jahr Behandlung mit XX Terra und Comp X ist das Sarkoid in der Gurtlage weg. Man muß die flache Narbe im Winterfell richtig suchen. Auch am Schlauch ist nichts mehr zu spüren. An 2 Stellen an der Schlauchtasche sind kleine Beulen unter der Haut, die sich aber absolut nicht verändern.

Ich fühle Lucas zwar noch regelmäßig ab, rechne auch immer damit, daß irgendwo etwas wächst, aber bin wieder viel entspannter und habe nicht mehr soviel Angst vor einem neuen Wachstum.

Vielleicht hatten wir auch ein bisschen Glück. Die Sarkoide sind alle sehr langsam gewachsen.

 

meiner Meinung nach die beste Beraterin zum Thema und von Irene habe ich die Comp X Salbe erhalten und viel gute Tips

 

Thread im Reitforum zu diesem Thema, gesammelte Erfahrungen von betroffenen Pferdebesitzern, mehr und bessere Informationen, als der Tierarzt hat.

 

aktualisiert Januar 2011